01.01.2016

sackgasse.

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eine katze geht übers brot
die uhren stehen still
nur der spiegel leuchtet

immer es ist kalt
in diesem haus
und immer ist es dunkel

aber was weiss ich
ein fisch
und ohne gefühl


marianne rieter
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happy new year.

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ein glückliches, gesundes, helles neues jahr!!!

vielen und herzlichen dank für eure geduld mit mir, eure treue, eure motivierenden kommentare! ich kann und will nichts versprechen - doch hier mein wunsch fürs neue jahr: dass ich die worte wieder finde. und sie mich.
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29.12.2015

nichts neues ...

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nichts neues / wir
halten uns / an das schöne und gute
im leben / fest gemauert auf altem
grund / besitzen wir täglich neu
die wahren optionen / wählen aus
dem all-inclusive-prospekt die schönste
der seltenen erden / zu unserer lust

führen wir uns zierlichkeitslügen
ein / saugen uns satt an notgeilen
selfies / konsumieren ins blaue
geschraubte bollywoodwunder
aus flimmertüten / knallen uns rosa
schirmchen aufs auge / zum glück

geht der airbag auf wenn wir uns
rammen / wir reisen klimageschützt
und dreifach verriegelt / unsere herzen
sind hohlraumversiegelt / wir fühlen
computergestützt / bei bedarf
frisieren wir uns / politisch korrekt

pega mund
[aus: prolog x5, metamorphosen 12 – gefunden bei fixpoetry]

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17.05.2015

fields of gold.

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ich erkenne die durchsichtigkeit der tage
sehe dass die kraft fehlt und die freiheit
für mehr als jene waldränder an denen
kleine vögel wohnen draussen blenden
nichtigkeiten halbe antworten auf halbe
fragen business as usual das leben ist kein
film
sagt einer der es wissen muss und
seine rolle spielt was zählt ist jung schön
und überzeugt von sich selbst hier findet
sich kein bett für die kommenden nächte
alle sicherheit ist vergänglich wie mohn
blütenpapier man wird grau etwas bitter
hält sich an verlässliches an landschaften
flussufer obstbäume kleine lichtblicke
eine rose werde ich pflanzen einen stein
mit deinem namen damit eine ruhe sich
ergibt zwischen den kieseln eine andere
perspektive ein plötzlicher mut vielleicht

marianne rieter
[aus: 750 wörter zeichen jahre, texte von autorInnen aus winterthur und region
- waldgut verlag, 2014]

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15.05.2015

das leben.

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wie wir alle wissen, auch wenn wir unwissentlich handeln,
ist das leben in seiner unmittelbaren wirklichkeit absolut unwirklich.

fernando pessoa
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29.04.2015

schnipsel #157

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the master of disaster bzw. allium ursinum con lamento grandioso resp. die unmöglichkeit einer situation & wunder gibt es immer wieder :::: erzwungenermassen also & inmitten einer empfindlichen zeit :::: des pudels kern resp. finde die maus! oder der traum vom aufgehobensein :::: reif für die insel vs der berg ruft oder italia calling & ein kissen im grossmutterland mütterlicherseits :::: die stille freude am weitergeben eines hartnäckigen ohrwurms: tante ceccarelli haaat in bologna amore gemaaacht! :::: die vorspiegelung fingierter tatsachen & ich zeig dir meine schöne, heile welt oder die lapidare frage nach dem sinn der ereignisse :::: abendliche feldstudien & zack! bumm! sch….!!! :::: über die transparenz von mani­pulationsversuchsmustern bzw. übergangs- handlungen, vorhaltungen & kein ende in sicht :::: persona non grata con dementia floralis resp. angst essen seele auf oder still waiting for the erlöser :::: the system is not responding …
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15.04.2015

die reserve ...

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es ist die reserve an ungesagtem, die in jedem gedicht ist, die immer – aber immer anders – mitgehört wird. dies macht die eigentliche lebensfähigkeit des gedichts aus.

hilde domin
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05.04.2015

indessen ...

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ich stehe und sehe. will nach wie vor bewahren. indessen rinnt das denken wie sand aus allen fingern. ich vergesse das planen und plane das vergessen. dazwischen verlieren sich die worte, gebe ich rauchzeichen, mache ich bilder. das blickfeld wird kleiner mit der zeit. und ich. die berge rücken näher. nur ein rosenbogen könnte mich retten.