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das schöne trat mir so still entgegen. auffälligkeiten und unauffälligkeiten
gaben sich die hand und waren wie verschwistert. das bedeutende zerrann,
und ich widmete den unbedeutenden dingen eine genaue achtsamkeit und
war sehr glücklich dabei. so vergingen die tage, wochen, monate…
robert walser
[aus: das frühjahr, 1915]
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28.12.2018
22.10.2012
30.07.2012
es gibt stunden ...
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robert walser
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es gibt stunden im leben, wo wir gar nicht begreifen können, warum wir so guter dinge sind. munterkeiten stellen sich weder auf befehl noch auf wunsch ein: sie sind plötzlich da, können aber ebenso eigensinnig, wie sie herbeizufliegen kamen, wieder verschwunden sein.
robert walser
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26.05.2012
09.03.2012
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robert walser
[in: brief eines dichters an einen herrn]
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ich stehe auf der erde: dies ist mein standpunkt. die stunden scherzen mit mir, und ich scherze mit ihnen. ich vermag mir keine köstlichere unterhaltung zu denken. tag und nacht sind meine gesellschaft. ich stehe auf vertrautem fuss mit dem abend und mit dem morgen. und hiermit grüsst sie freundlich der arme junge dichter.
robert walser
[in: brief eines dichters an einen herrn]
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09.11.2011
hätte ich ...
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hätte ich mich nicht nach
den zum teil bereits nackten
zweigen umgedreht, so würde mir
der anblick des langsam -
goldig zu boden fallenden,
aus üppigem
sommer stammenden blattes
entgangen sein. ich hätte etwas
schönes nicht gesehen und etwas liebes,
beruhigendes und entzückendes,
seelenfestigendes nicht empfunden. schaue öfter
zurück, wenn es dir
dran liegt, dich zu bewahren.
mit gradausschauen ist’s nicht getan.
die sahen nicht alles, die nicht rund um sich sah’n.
robert walser
gefunden bei artisanne
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hätte ich mich nicht nach
den zum teil bereits nackten
zweigen umgedreht, so würde mir
der anblick des langsam -
goldig zu boden fallenden,
aus üppigem
sommer stammenden blattes
entgangen sein. ich hätte etwas
schönes nicht gesehen und etwas liebes,
beruhigendes und entzückendes,
seelenfestigendes nicht empfunden. schaue öfter
zurück, wenn es dir
dran liegt, dich zu bewahren.
mit gradausschauen ist’s nicht getan.
die sahen nicht alles, die nicht rund um sich sah’n.
robert walser
gefunden bei artisanne
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10.10.2011
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glück ist selbstgenügsam. es braucht keinen kommentar.
es kann in sich zusammengerollt schlafen wie ein igel.
robert walser
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glück ist selbstgenügsam. es braucht keinen kommentar.
es kann in sich zusammengerollt schlafen wie ein igel.
robert walser
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29.05.2011
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robert walser
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ich möchte mir erlauben, ihnen zu raten, mich mit etwas grösserer genauigkeit anschauen zu wollen. sie gelangen dann vielleicht zu der für uns beide sicherlich überaus angenehmen empfindung, dass ich ebenso leicht, wenn nicht leichter, ein honetter und ehrlicher mensch als verwegen und ein gauner sein kann. ich bin überzeugt, dass ich entschieden nicht bin, wofür sie vielleicht sich verpflichtet fühlen möchten mich zu halten.
robert walser
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04.05.2011
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robert walser
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der mensch ist ein feinfühliges wesen. er hat nur zwei beine, aber ein herz, worin sich ein heer von gedanken und empfindungen wohlgefällt. man könnte den menschen mit einem wohlangelegten lustgarten vergleichen.
robert walser
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12.03.2011
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stehen sie am morgen früh auf, sitzen sie wenig,
schlafen sie korrekt und schnell. man kann das.
robert walser
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stehen sie am morgen früh auf, sitzen sie wenig,
schlafen sie korrekt und schnell. man kann das.
robert walser
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05.01.2011
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robert walser
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es gibt stunden im leben, wo wir gar nicht begreifen können, warum wir so guter dinge sind. munterkeiten stellen sich weder auf befehl noch auf wunsch ein: sie sind plötzlich da, können aber ebenso eigensinnig, wie sie herbeizufliegen kamen, wieder verschwunden sein.
robert walser
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04.11.2010
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robert walser
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die träume machen den freien auf die fraglichkeiten, grenzen und vorbehältlich- keiten der freiheit, insbesondere darauf aufmerksam, dass sie ein schöner wahn sei, der denkbar zarte behandlung erfordert. vielleicht wissen sehr viele mit der freiheit deshalb nicht richtig umzugehen, weil sie ihre leichtverletzlichkeit in betracht zu ziehen sich nicht angewöhnen wollen. … schnell zerflattert ein wahn; leicht bringen wir es fertig, dass uns die illusion gleichsam hasst, weil wir ihr wesen nicht fassen. … die freiheit … will gesehen sein und will wieder sein, als sei sie gar nicht da; sie ist zugleich wirklich und unwirklich.
robert walser
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24.10.2010
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es gibt hier leute, die sich beklagen, sie imponierten mir nicht, aber du liebe zeit,
man kann sich unmöglich in einem fort beimponieren lassen, das würde ja eintönig werden.
robert walser
[aus: robert walser für müssiggänger - insel taschenbuch]
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es gibt hier leute, die sich beklagen, sie imponierten mir nicht, aber du liebe zeit,
man kann sich unmöglich in einem fort beimponieren lassen, das würde ja eintönig werden.
robert walser
[aus: robert walser für müssiggänger - insel taschenbuch]
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29.09.2010
das schöne trat mir so still entgegen. auffälligkeiten und unauffälligkeiten gaben sich die hand und waren wie verschwistert. das bedeutende zerrann, und ich widmete den unbedeutenden dingen eine genaue achtsamkeit und war sehr glücklich dabei. so vergingen die tage, wochen, monate…
robert walser
[aus: das frühjahr, 1915]
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