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ich setze mich unter den baum.
privatbesitz: eine hundertschaft
drosseln hat ihn erobert. ich rücke
den drahtstuhl neben den brunnen, studiere
das wasser, es zittert wie seidenpapier.
ich schliesse die augen, lausche.
mein atem geht hoffnungslos schnell.
hans-ulrich treichel
[aus: südraum leipzig, gedichte - suhrkamp]
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20.10.2012
11.03.2012
gespräch unter bäumen
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dass es die bäume
die schwalben noch gibt
könnte ein trost sein
auch wenn sie das blühen
das fliegen verlernen
und dass wir noch immer
im reglosen schatten
worte mit worten berühren
als fehlte uns nichts
hans-ulrich treichel
[aus gespräch unter bäumen, gedichte - suhrkamp]
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dass es die bäume
die schwalben noch gibt
könnte ein trost sein
auch wenn sie das blühen
das fliegen verlernen
und dass wir noch immer
im reglosen schatten
worte mit worten berühren
als fehlte uns nichts
hans-ulrich treichel
[aus gespräch unter bäumen, gedichte - suhrkamp]
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19.12.2011
erzählt mir nichts
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erzählt mir nichts.
meine flimmernden augen
haben die wolken gesehn,
in so vielen pfützen sind
meine schuhe versunken, und
so viele worte verschluckte mein
einsamer mund. was ist die welt:
ein fetzen himmel und wind
im gestrüpp. schon immer fiel
das haar mir steil vom kopf.
von anbeginn reiss ich
die ohren auf. erzählt mir
nichts: meine füsse haben
den boden berührt.
hans-ulrich treichel
[aus: gespräch unter bäumen, gedichte - suhrkamp]
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erzählt mir nichts.
meine flimmernden augen
haben die wolken gesehn,
in so vielen pfützen sind
meine schuhe versunken, und
so viele worte verschluckte mein
einsamer mund. was ist die welt:
ein fetzen himmel und wind
im gestrüpp. schon immer fiel
das haar mir steil vom kopf.
von anbeginn reiss ich
die ohren auf. erzählt mir
nichts: meine füsse haben
den boden berührt.
hans-ulrich treichel
[aus: gespräch unter bäumen, gedichte - suhrkamp]
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13.05.2011
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seit ich hier bin
seit ich hier bin trage ich taschen
voller papiere, fahre ich fahrstuhl
telefoniere, trinke kaffee wie ein mann
mit terminen , liege ich schlaflos,
interpretiere, huste und reime, traurige
tiere, spende dem geiger in der passage
einen gedanken, was ist das leben,
wenn nicht ein geigen in den passagen,
was kann er tun und was soll ich sagen:
pflege kontakte und streue asche auf
deine akte. so ist das hier.
hans ulrich treichel
gefunden im glarean magazin
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seit ich hier bin
seit ich hier bin trage ich taschen
voller papiere, fahre ich fahrstuhl
telefoniere, trinke kaffee wie ein mann
mit terminen , liege ich schlaflos,
interpretiere, huste und reime, traurige
tiere, spende dem geiger in der passage
einen gedanken, was ist das leben,
wenn nicht ein geigen in den passagen,
was kann er tun und was soll ich sagen:
pflege kontakte und streue asche auf
deine akte. so ist das hier.
hans ulrich treichel
gefunden im glarean magazin
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28.04.2011
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hausordnung
kein unglück auslassen
und jede geschichte zu ende
erzählen. tücher über die spiegel
hängen; die messer unter
den tisch. die eule trösten und
die fledermaus tranchieren.
nie die wut verlieren, was auch
geschieht. jeden einlassen,
wer auch kommt.
hans-ulrich treichel
[aus: gespräch unter bäumen, gedichte - suhrkamp]
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hausordnung
kein unglück auslassen
und jede geschichte zu ende
erzählen. tücher über die spiegel
hängen; die messer unter
den tisch. die eule trösten und
die fledermaus tranchieren.
nie die wut verlieren, was auch
geschieht. jeden einlassen,
wer auch kommt.
hans-ulrich treichel
[aus: gespräch unter bäumen, gedichte - suhrkamp]
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23.09.2010
schliesslich erlösen
wir uns mit der üblichen
zeitung, starkem kaffee
und einem schnellen adieu
von dem übel, für heute
gerettet zu sein.
hans-ulrich treichel
[in: morgenliebe, aus: seit tagen kein wunder - suhrkamp]
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