08.10.2010



auf papier funken schlagen,
ohne dass es brennt.

jeden tag eine seite,
auf der immer weniger
steht: aber unverrückbar.

mit den wörtern schlafen gehen,
mit einem wort erwachen.

peter engel

07.10.2010



ich ziehe deshalb den herbst dem frühjahr vor, weil das auge
im herbst den himmel, im frühjahr aber die erde sucht.


søren aabye kierkegaard

06.10.2010



R.I.P. steve lee



 

  












schnipsel #145


klares wunderwasser auf französisch und zwei tröpfli aquamarin ::: die angenehme anwesenheit einer lady aus dem norden resp. plietsch, der lütte und die tollste tolle überhaupt oder immell gelladeaus, jaja! :::: ein kombi mit isofix, kleine betten und weitere grossartige erwartungen :::: über die bürgerliche verbesserung der weiber oder entengeschnatter und wichtigtuereien :::: hühnerhaut mit schild- krötenaugen bzw. schwarz und weiss mit nichts dazwischen resp. ein roter elefant auf faltigem grund (oder umgekehrt?) :::: über davonschwimmende taschentücher, einen altweibersommer und diverse unspezifisch provozierende faktoren oder parlez-moi d’amour! :::: vom stillen klapperstorch und anderen rezensenten :::: die ältere ist griffiger! :::: obiges und untiges oder ojemine, die hautevolée

05.10.2010



neue flügel

wieder geht ein sommer,
beugen sich rosen
unter später blüte,
steigen drachen am berg.
wahrscheinlich schnürt auch
daedalus in diesen tagen
neue flügel, um zu verbrennen
in der sonne, nicht im schnee.
wie mein verrücktes
herz mit dem moospelz
sich aufmacht, an knospen
zu glauben und früchte,
als wanderte die zeit
nicht weiter und würde grau.


bess dreyer
[aus: parallele orte – auslesen-verlag]

04.10.2010



meine poesie.
deine oesiep.
seine esiepo.
unsere siepoe.
eure iepoes.
ihre epoesi.

meine lyrik.
deine yrikl.
seine rikly.
unsere iklyr.
eure klyri.
ihre lyrki.

meine güte!


brigitte fuchs

03.10.2010



fröhlich geworden
sehe ich ein freies feld vor mir
wiesenschaumkraut schäumt
menschenähnliches spaziert

werner lutz
[aus: die mauern sind unterwegs – ammann]

02.10.2010



ruhe


die traube ist reif, das feld gepflügt.
von den wolken löst sich der berg.

auf die staubigen sommerspiegel
ist der schatten gefallen,

zwischen den unsichtbaren fingern
ist ihr licht klar
und fern.

mit den schwalben zieht
die letzte mühe.


giuseppe ungaretti
[übersetzt von ingeborg bachmann]

fazil say.





01.10.2010



der herbst


im herbst bei kaltem wetter
fallen vom baum die blätter –
donnerwetter,
im frühjahr dann,
sind sie wieder dran –
sieh mal an.


heinz erhardt