09.11.2010

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grabspruch auf dem campo dos poetas


ich hab kein leben
aber ein werk.
ob das was taugt?
hätt das leben was getaugt?


hugo loetscher
[aus: war meine zeit meine zeit – diogenes]

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08.11.2010

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so grün war es nie
verschwinden, über klingen
springen, sonnenlicht
zwischen den zehen
auf schiffen

birgit kreipe
[aus: es ist so heiss in venedig – poetryletter 157]

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07.11.2010

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verstecke
es haar
vo dir
als bewys
geschter isch hüt
hüt isch geschter
und du bisch bi myr


elvira marazzi
[aus: züritüütschi liebesgedicht - edition kürz]

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06.11.2010

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sei poet


sei poet
benütz die sprache als ein federbrett,
spring einen salto in die alphabete,
zieh jeden satz wie eine flagge hoch.

sei poet,
nicht schaf im wolfspelz für ein schattenspiel,
nicht winterkleid für all die dünnen phrasen,
die jedermann zu jedermann an jedem tag erzählt,
dann kannst du gärtner der träume sein,
hurra!
und kannst kalif von bagdad sein,
hurra!
mehr will ich nicht von dir,
mehr will ich nicht von dir,

sei poet,
den innern erdteil sollst du projizieren
mit magischen laternen und mit spiegeln,
die man für zwei kometen überall erhält.

andré heller

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05.11.2010

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dankeschön!!!

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indian summer


in youth, it was a way i had
to do my best to please,
and change, with every passing lad,
to suit his theories.

but now i know the things i know,
and do the things i do;
and if you do not like me so,
to hell, my love, with you!


dorothy parker

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04.11.2010

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die träume machen den freien auf die fraglichkeiten, grenzen und vorbehältlich- keiten der freiheit, insbesondere darauf aufmerksam, dass sie ein schöner wahn sei, der denkbar zarte behandlung erfordert. vielleicht wissen sehr viele mit der freiheit deshalb nicht richtig umzugehen, weil sie ihre leichtverletzlichkeit in betracht zu ziehen sich nicht angewöhnen wollen. … schnell zerflattert ein wahn; leicht bringen wir es fertig, dass uns die illusion gleichsam hasst, weil wir ihr wesen nicht fassen. … die freiheit … will gesehen sein und will wieder sein, als sei sie gar nicht da; sie ist zugleich wirklich und unwirklich.


robert walser

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03.11.2010

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vielleicht ist liebe die fähigkeit, jemandem sich selbst zurückzugeben.


hans bemmann
 
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02.11.2010

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flogen fische durch unser haar
zartfarbig die flossen
fast blumen

rose ausländer
[aus: liebe II – den ganzen text gibt es hier nachzulesen]

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01.11.2010

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was ich dir gesagt habe gilt für die wolken
was ich dir gesagt habe gilt für den meeresbaum
für jede welle für die vögel im blattwerk
für die kiesel des geräusches
für die vertrauten hände
für das auge das antlitz wird oder landschaft
und der schlag gibt ihm den himmel seiner farbe wieder
für die ganze vertrunkene nacht
für das gitter der strassen
für das offene fenster für eine entdeckte stirn
was ich dir gesagt habe gilt für deine gedanken für deine worte:
jede liebkosung jedes vertrauen hat seine dauer und überdauert sie.

paul eluard

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