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in verwilderter unsterblichkeit von liebe
friederike mayröcker
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10.09.2011
09.09.2011
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WAS WOLLEN WIR TUN?
ein feld
nebel mitnehmen für morgen,
schiffe auf flaschen ziehn,
unsere
nachbarn sind graue
eminenzen,
in der handhöhle
ein streichholz anzünden.
günter eich
[aus: sämtliche gedichte - suhrkamp]
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WAS WOLLEN WIR TUN?
ein feld
nebel mitnehmen für morgen,
schiffe auf flaschen ziehn,
unsere
nachbarn sind graue
eminenzen,
in der handhöhle
ein streichholz anzünden.
günter eich
[aus: sämtliche gedichte - suhrkamp]
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08.09.2011
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schneewittchen hält hof in den
erdigen rottönen der zinnien
dazwischen löwenzahn standhaft
und stur als wären sie glücklich
leuchten petunien im letzten licht
auch hier verblühen die rosen leise
spielt ein akkordeon die luft ist klar
und tief der sommer blutet aus
marianne rieter
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schrebergärten.
schneewittchen hält hof in den
erdigen rottönen der zinnien
dazwischen löwenzahn standhaft
und stur als wären sie glücklich
leuchten petunien im letzten licht
auch hier verblühen die rosen leise
spielt ein akkordeon die luft ist klar
und tief der sommer blutet aus
marianne rieter
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07.09.2011
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lesen
ich habe alles
liegen gelassen.
mein schatten hinter mir
wandert langsam
von norden nach osten.
meine erinnerung endet
am rande des buches.
langsam neben mir
im glas trocknet
das wasser.
ohne vorwurf vergeht
die zeit.
sie ist eine vollkommende
geschichte ohne
fluchtpunkt
auf den man zugehen könnte,
um etwas zu finden.
karl krolow
[aus: nîchts weiter als leben - suhrkamp]
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lesen
ich habe alles
liegen gelassen.
mein schatten hinter mir
wandert langsam
von norden nach osten.
meine erinnerung endet
am rande des buches.
langsam neben mir
im glas trocknet
das wasser.
ohne vorwurf vergeht
die zeit.
sie ist eine vollkommende
geschichte ohne
fluchtpunkt
auf den man zugehen könnte,
um etwas zu finden.
karl krolow
[aus: nîchts weiter als leben - suhrkamp]
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06.09.2011
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gseit
wennöpper
gseithet
gseitischgseit
isch
nolangnidgseit
dassaues
gseitsyg
sam süffi (ulrich schneiter)
[aus: e buechschtabelismete, echlungele vou nöiji u bekannti bärndütschi liedli oni note - nzz verlag]
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gseit
wennöpper
gseithet
gseitischgseit
isch
nolangnidgseit
dassaues
gseitsyg
sam süffi (ulrich schneiter)
[aus: e buechschtabelismete, echlungele vou nöiji u bekannti bärndütschi liedli oni note - nzz verlag]
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05.09.2011
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5. september 1944 bertold brecht, santa monica/kalifornien
[aus: das buch der tagebücher, ausgewählt von rainer wieland - piper]
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5. september 1944 bertold brecht, santa monica/kalifornien
plan für den tag: aufstehen 7 uhr. zeitung, radio. kaffee kochen in der kleinen kupferkanne. vormittags arbeit. leichter lunch um zwölf. ruhe mit kriminalroman. nachmittags arbeit oder besuche machen. abendessen 7 uhr. danach gäste. nachts halbe seite shakespeare oder waleys sammlung chinesischer gedichte. radio. kriminalroman.
[aus: das buch der tagebücher, ausgewählt von rainer wieland - piper]
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03.09.2011
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manchmal, da haben wir unser herz verströmt
was wir selbst nicht verstanden, haben wir andern erklärt
nida fazli
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manchmal, da haben wir unser herz verströmt
was wir selbst nicht verstanden, haben wir andern erklärt
nida fazli
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ein augenblick der erde,
ein bei-den-dingen-sein,
morgengut, das sich anbietet
und das man erinnert, im tumult
gefundene bleibe: eine zeit,
die du nach und nach verstandest,
langsame konstruktionen, erd-
kalender. aber ich weiss nicht,
was dann passiert ist, was
passiert ist, meine liebste, wieso
denn, wieso.
milo de angelis
[aus: tema dell’addio - mondadori, milano; aus dem italienischen von leopold federmair]
gefunden bei lyrikline
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ein augenblick der erde,
ein bei-den-dingen-sein,
morgengut, das sich anbietet
und das man erinnert, im tumult
gefundene bleibe: eine zeit,
die du nach und nach verstandest,
langsame konstruktionen, erd-
kalender. aber ich weiss nicht,
was dann passiert ist, was
passiert ist, meine liebste, wieso
denn, wieso.
milo de angelis
[aus: tema dell’addio - mondadori, milano; aus dem italienischen von leopold federmair]
gefunden bei lyrikline
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01.09.2011
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die durchsichtige germanistin
sie lebt in sätzen als könnte sie alles
sagen ohne dass man sie berührt
ihre durchsichtigkeit
von der ich wünschte ich könnte sie aufbewahren
als foto auf dem wir beide lächeln
während wir in unseren augen eine zukunft sehen
wie manche buddhistische asketen (so heisst es)
eine ganze landschaft
in einer saubohne
marc hermann
[aus: vom verschwinden bleibt, gedichte - isele]
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die durchsichtige germanistin
sie lebt in sätzen als könnte sie alles
sagen ohne dass man sie berührt
ihre durchsichtigkeit
von der ich wünschte ich könnte sie aufbewahren
als foto auf dem wir beide lächeln
während wir in unseren augen eine zukunft sehen
wie manche buddhistische asketen (so heisst es)
eine ganze landschaft
in einer saubohne
marc hermann
[aus: vom verschwinden bleibt, gedichte - isele]
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