10.10.2011

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glück ist selbstgenügsam. es braucht keinen kommentar.
es kann in sich zusammengerollt schlafen wie ein igel.


robert walser

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09.10.2011

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waagrecht senkrecht schräg
fällt heute der regen
zeit dazwischenzufahren
mit einem roten pinselstrich


werner lutz
[aus: die mauern sind unterwegs, gedichte - ammann]

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08.10.2011

06.10.2011

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salzbleich


wäre ich eine taube, ich hätte kein gesicht. ein
schnäbelchen nur und zwei punktgrosse augen.
wäre ich eine taube, ich wüsste nichts. bliebe
ein nacktes, ein immernacktes ich. nur in
manchen träumen triebest du mit dem
strandgut an das ufer. läge ein salzblasser
körper zwischen tang und feuerstein.
geschliffenes glas an zehen und scheitel. mit
den klauen kratzte ich diesen umriss nach. ein
halbmond auf deinem gesicht. dann böte ich
gurrend meine gurgel feil.
und rupfte man mir die federn aus, bliebe mir
ein feines knochengerüst zum wandeln
zwischen dachziegeln und lehm. zum picken
mit knöchernem schnabel. zum flügelrasseln
und zum zeichensetzen in feinem waldmulch.
als letztes noch würde ich mir ein
menschengesicht schnitzen, eine stirn, zwei
augen, nase, mund. ich schnitzte mir ein
schiefes lächeln hinein, ein grübchen und
eine, nur eine einzige, ausgefallene wimper.


sünje lewejohann
[poetryletter 203 – fixpoetry]

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05.10.2011

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prinzip der kunst: mehr wiederfinden als verlorengegangen ist.


elias canetti

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04.10.2011

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mit klick ins bild vergrössern
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03.10.2011

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sonne und mond sind auch nur laufgäste.


li po

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02.10.2011

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und das ungetane, das spuren hinterlässt.
auf einem randstein im gehege. restposten
jeder verwitterung. ohne hintergedanke
oder die blasse, tonlose nachricht darauf.

verlass ist auf felder, die brach liegen.
unser ort unscheinbar. eine digitale wolke
über herbstzeitlosen. immergrün. auf dem
bildschirmblick in die tiefe, der uns eigen ist.

in zeiten der wahrnehmung, in denen das
licht scheint. falschfarben der hände. die
sichtbar machen. hinter drahtlosnetzhäuten
oder den blinden flecken der sonne. wir halten

den regen für die zeichensprache der lebenden.
wir gehen von dingen aus, die haltlos sind, aber
speicherplatz haben. und wir lieben es, bäume
herunter zu laden. in deren zweigen wir spielen.


markus breidenich
gefunden bei fixpoetry

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01.10.2011

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foto: christiane b





herbstlicht speichern
und das, was uns bleibt
bevor die zeit wieder friert


marianne rieter

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