09.04.2012

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stark sein bedeutet, fühlen können.

fernando pessoa

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08.04.2012

walzer für niemand

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niemand kommt rein und setzt sich hin
den fuss auf'n tisch, hand unter's kinn
niemand isst hungrig mein frühstücksmenü
niemand kommt immer zu früh

niemand, ich habe geschenke für dich
was wär ich geworden, gäb es dich nicht
meine gesammelten werke - bitte sehr
alles gehört dir

niemand, niemand kennt mich wie du
unbedingt, ich geb alles zu
keine enttäuschung, kein einziges mal
aber dir ist eh alles egal

niemand, siehst du's, ich wachse nicht mehr
meine hände sind füsse, niemand, schau her
bald bin ich nichts und das, was dann bleibt
ist deine wenigkeit

niemand, was, was willst du?
immer bist du hier
niemand, was, was willst du?
von mir?
von mir?
von mir?


sophie hunger
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:-)

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ostern: friede, freude, eiersuchen.


karlheinz karius

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07.04.2012

morgen...

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licht bricht
durchs fenster
im kopf
ganz leise
ein alter cohen-song
zwischen den reben
lauert eine katze
auf den tag


marianne rieter
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06.04.2012

man kann ...

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man kann sich nicht niederschreiben.
man kann sich nur häuten.


max frisch

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05.04.2012

heiterer frühling

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foto: marianne rieter



ausgelaufene malkästen:
farbiges idyll
vom frühling

ein blumenmarkt entsteht
in der frühen wärme.

aus einem gedicht
fliegt eine weibliche taube.

die luft ist
voller rosa handzettel.

ein begonnenes lied
nimmt kein ende -
alle notenschlüssel
gingen verloren.


karl krolow
[aus: gesammelte gedichte 2 - suhrkamp]
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04.04.2012

widerspruch

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sag nicht, es sei, wie es sei
so ist es nicht
im zweifelsfall leugne ich alles
um mich nicht zu verleugnen
noch dich
noch den himmel
der in klaren nächten sehr tief ist
und die welt eine andere


eva cader-benedix
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03.04.2012

ins herz.

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wie der tiefe stein ins herz fällt geht nichts
geradeaus aber pflanzt in wellenkreisen sich fort


friederike mayröcker

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02.04.2012

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cuno amiet
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01.04.2012

klappentext für eine sphinx.

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als ich aus dem fenster schaute, merkte ich,
dasz da ein fahler schmetterling torkelte...
- friederike mayröcker


im namen der rose und der liebe
und der heiligkeit von hüllenloser
haut handeln die träume wie damals
als wir fast nicht mehr kinder waren
aber augenfällig blutarm ist alles
was dich treibt diesig umrissen
nichts was dich nährt oder hält


marianne rieter
[aus: fortsetzung folgt - verlag im proberaum]
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