28.07.2017

treten sie ein ...

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john william waterhouse - the soul of the rose, 1903
the soul of the rose - john william waterhouse


































treten sie ein,
legen sie ihre traurigkeit ab,
hier dürfen sie schweigen.

reiner kunze
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glück.

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concentrate.

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do not dwell in the past,
do not dream of the future,
concentrate the mind on the present moment.

buddha
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denk ...

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denk ans zerbrechliche der worte.

werner lutz
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a soundless echo.

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there are all kinds of silences and each of them means a different thing. there is the silence that comes with morning in a forest, and this is different from the silence of a sleeping city. there is silence after a rainstorm, and before a rainstorm, and these are not the same. there is the silence of emptiness, the silence of fear, the silence of doubt. there is a certain silence that can emanate from a lifeless object as from a chair lately used, or from a piano with old dust upon its keys, or from anything that has answered to the need of a man, for pleasure or for work. this kind of silence can speak. its voice may be melancholy, but it is not always so; for the chair may have been left by a laughing child or the last notes of the piano may have been raucous and gay. whatever the mood or the circumstance, the essence of its quality may linger in the silence that follows. it is a soundless echo.

beryl markham
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07.05.2017

an einem solchen morgen.

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lass uns
hinausgehen
in das präludierende licht
der frühe.
lass uns
das windwasser
schmecken,
das über uns
hinströmt.
lass uns
den tag grüssen,
der die anker gelöst hat
und kurs
auf die vielfalt
nimmt.
es müsste
der friede
an einem solchen morgen
doch sichtbar werden
am horizont.


walter helmut fritz
[gefunden in: der deutsche lyrikkalender 2013, alhambra publishing]

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15.01.2017

manchmal ...

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manchmal spricht ein baum
durch das fenster mir mut zu
manchmal leuchtet ein buch
als stern auf meinem himmel
manchmal ein mensch,
den ich nicht kenne,
der meine worte erkennt.

rose ausländer
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ganz einfach.

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meine mitbewohnerin ist ein zirkuskind. es pfeift
auf den rest der welt, züchtet flöhe unter dem bett,
hält sich an gaukler, spielmänner, zahlencodes.
immer dreht es sich im kreis & wartet auf applaus.
solange die maske hält, ist alles gut.

die nummer erinnert an früher, als ich die zukunft
träumte & nichtsdestotrotz ums leben ruderte.
damals, im grossen kartenhaus über dem nebelmeer,
mit wochenendkindern & zornigem mann.
– lang ist’s her.

jetzt bin ich alt & leise, setze den fuss in die luft,
verliere ich mich im blau. ich putze vier katzen &
einer seiltänzerin hinterher. die wirklichkeit
verblasst mit der zeit; das macht es leichter.
– und doch.

ich wünsche mich in unversehrte tage.
wo ich nur ich bin. ohne schlangenlinien,
hochseilakte, fliegende seitenwechsel.
wo nachts nacht ist & tags hellichter tag.
– ganz einfach.


marianne rieter
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01.05.2016

auch ...

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auch in den zwischenräumen
lässt sich wohnen

werner lutz
[aus: kussnester, gedichte - waldgut]

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28.02.2016

eines lebensabschnittes bestandaufnahme

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in meinem tornister
ein thymianstämmchen
zwei münzen
ein stumpfer bleistift
zerknitterte notizen
keksbrösel
eine grüne wäscheklammer
die visitkarte einer japanischen germanistin
ein zerbrochener kleiner kamm
dalís ameisen auf einem verschatteten notenblatt

friederike mayröcker
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