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bin immer auf see
und lande nicht mehr.
- else lasker-schüler
die luft besticht mit klarheit -
türme tanzen auch bäume und
ich eine bleiche ameise in der
zwanzigsten étage mit offenem
mund am fenster stehe und
staune mit diesem weitwinkel
blick der süchtig macht zu
hoffen zu bleiben bis flügel mir
wachsen ein federkleid licht
gesäumt mit roten rändern
fliegen gänse vorüber die frei
heit ist nicht so gross wie man
dachte und nie war eine nacht
kürzer als hinter dieser luft
klappe aus lochblech mit rotem
teppich unter den füssen sitzt
eine frau in einem garten auf
einem der dächer und überall
flüchten die schatten tatsächlich
spielen die jungs la paloma
dort an der elbe tauft eine welle
den fisch in der sonne lachen
kinder und andere menschen
haafenrrrundfaahrt allerorts
schwingt man übermütig die
beine flattern tauben und ich
frage mich ob heimat nicht sehr
viel mehr mit kommen und gehen
zu tun hat als mit sesshaftigkeit
ein schiff ohne hafen ist
diese sehnsucht die mich trägt
wo immer ich bin auch hier
aber jetzt ist kaum zeit durch
zuatmen nachzudenken lieber
lasse ich mich treiben in den
bildern dieser herrlichen sinn
losigkeit und einer geschenkten
stunde voll taumelndem licht
marianne rieter
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12.06.2012
11.06.2012
war himmel
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war himmel, war boden, wir beide darauf,
dazwischen flogen die vögel im schwarm,
hoben auf, was uns festhielt, und senkten
sich wieder, hielt einer den abstand zum
anderen ein und lenkte unsere augen auf
sich: wob jeder an maschen aus eigenen
federn, zog seinen teil eines netzes herauf,
zu schützen uns vorm fall in den himmel,
der dunkelgrau war, weit weg und so starr.
ulrike almut sandig
[aus: streumen – connewitzer verlangsbuchhandlung]
gefunden bei lyrikline
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war himmel, war boden, wir beide darauf,
dazwischen flogen die vögel im schwarm,
hoben auf, was uns festhielt, und senkten
sich wieder, hielt einer den abstand zum
anderen ein und lenkte unsere augen auf
sich: wob jeder an maschen aus eigenen
federn, zog seinen teil eines netzes herauf,
zu schützen uns vorm fall in den himmel,
der dunkelgrau war, weit weg und so starr.
ulrike almut sandig
[aus: streumen – connewitzer verlangsbuchhandlung]
gefunden bei lyrikline
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09.06.2012
klcraalk
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iphone foto: marianne rieter
ich habe mir ein rätsel vorgestellt
als ich nach hause flog an die kühle
dachte in der wir froren und doch sitzen
blieben als sei dieser platz der einzige
in dieser stadt die so nebenbei
schön ist und sich nichts einbildet auf
ihren glanz. ungelöst ist es geblieben
das rätsel. die buchstaben liegen wirr
auf dem wasser und mischen sich zu
unaussprechlichem.
julietta fix
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iphone foto: marianne rieter
ich habe mir ein rätsel vorgestellt
als ich nach hause flog an die kühle
dachte in der wir froren und doch sitzen
blieben als sei dieser platz der einzige
in dieser stadt die so nebenbei
schön ist und sich nichts einbildet auf
ihren glanz. ungelöst ist es geblieben
das rätsel. die buchstaben liegen wirr
auf dem wasser und mischen sich zu
unaussprechlichem.
julietta fix
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01.06.2012
angscht ...
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angscht du alti schildchrot
bisch immer no do?
und du au muet
fräche hund
mit em ewig junge fäll
voll alti narbe
ursula hohler
[aus: öpper het mini chnöche vertuuschet, schweizerdeutsche gedichte]
angscht du alti schildchrot
bisch immer no do?
und du au muet
fräche hund
mit em ewig junge fäll
voll alti narbe
ursula hohler
[aus: öpper het mini chnöche vertuuschet, schweizerdeutsche gedichte]
30.05.2012
altbau unplugged
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unten im hof versammeln
sich nachrichtensprecher
tippen mit den fingern
einer streunenden katze
viertelstündig den takt
hinter gardinen stöhnen
körper im zitat nirgendwo
piratenkanal bloss plastik
gabeln für omas beutel:
sahne auf segeltüchern
wir hängen unsere flagge
in den kursiven moment
der verschwendet ist für
eine spätere verwendung
als kaffee oder hustensaft
max czollek
[poetryletter #225, illustriert von judith sombray – fixpoetry]
unten im hof versammeln
sich nachrichtensprecher
tippen mit den fingern
einer streunenden katze
viertelstündig den takt
hinter gardinen stöhnen
körper im zitat nirgendwo
piratenkanal bloss plastik
gabeln für omas beutel:
sahne auf segeltüchern
wir hängen unsere flagge
in den kursiven moment
der verschwendet ist für
eine spätere verwendung
als kaffee oder hustensaft
max czollek
[poetryletter #225, illustriert von judith sombray – fixpoetry]
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28.05.2012
antworten ...
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rainer maria rilke
[bei diesem wundervollen foto gefunden]
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habe geduld gegen alles ungelöste in deinem herzen und versuche, die fragen selbst lieb zu haben wie verschlossene stuben und wie bücher, die in einer sehr fremden sprache geschrieben sind. forsche jetzt nicht nach antworten, die dir nicht gegeben werden können, weil du sie nicht leben kannst und es handelt sich darum alles zu leben. lebe jetzt die fragen - vielleicht lebst du dann allmählich ohne es zu merken in die antwort hinein.
rainer maria rilke
[bei diesem wundervollen foto gefunden]
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der begrabene hafen
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dort kommt der dichter an
und wendet sich dann zum licht mit seinen gesängen
und er verstreut sie
von diesem gedicht
bleibt mir
jenes nichts
von unerschöpflichem geheimnis
giuseppe ungaretti
[aus: gedichte, italienisch und deutsch, in der übertragung von ingeborg bachmann - suhrkamp]
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dort kommt der dichter an
und wendet sich dann zum licht mit seinen gesängen
und er verstreut sie
von diesem gedicht
bleibt mir
jenes nichts
von unerschöpflichem geheimnis
giuseppe ungaretti
[aus: gedichte, italienisch und deutsch, in der übertragung von ingeborg bachmann - suhrkamp]
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26.05.2012
24.05.2012
mein herz ...
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mein herz
schweift über die wiese der sterne
zwischen unzähligen sternen.
unter mir blüht es blauer und blauer.
zarte sterne schlagen ihre wurzeln in mich.
über mir blüht es blauer und blauer.
hans arp
[in: singendes blau, aus: worte mit und ohne anker - heyne lyrik]
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mein herz
schweift über die wiese der sterne
zwischen unzähligen sternen.
unter mir blüht es blauer und blauer.
zarte sterne schlagen ihre wurzeln in mich.
über mir blüht es blauer und blauer.
hans arp
[in: singendes blau, aus: worte mit und ohne anker - heyne lyrik]
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22.05.2012
keiner weine -
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rosen, gottweisswoher so schön,
in grünen himmeln die stadt
abends
in der vergänglichkeit der jahre!
gottfried benn
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rosen, gottweisswoher so schön,
in grünen himmeln die stadt
abends
in der vergänglichkeit der jahre!
gottfried benn
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