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bergung
es schneit vor dem fenster,
wo meine blauen gefässe stehn;
sie fassen, was nirgends
platz hat.
jahrzeitstille –
erst an der erde
betten die flocken
sich ineinander.
erika burkart
[aus: die zärtlichkeit der schatten, gedichte – ammann]
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31.12.2010
30.12.2010
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"hope" is the thing with feathers –
that perches in the soul –
and sings the tune without the words –
and never stops – at all –
and sweetest – in the gale – is heard –
and sore must be the storm –
that could abash the little bird
that keeps so many warm
i've heard it in the chillest land –
and on the strangest sea –
yet, never, in extremity,
it asked a crumb – of me.
emily dickinson
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"hope" is the thing with feathers –
that perches in the soul –
and sings the tune without the words –
and never stops – at all –
and sweetest – in the gale – is heard –
and sore must be the storm –
that could abash the little bird
that keeps so many warm
i've heard it in the chillest land –
and on the strangest sea –
yet, never, in extremity,
it asked a crumb – of me.
emily dickinson
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29.12.2010
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die realität aufschreiben, das surreale darüber verstreuen,
so funktioniert das mit dem gedichte schreiben.
friederike mayröcker
[in: das schweigen und das schreiben, ein film von carmen tartarotti]
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die realität aufschreiben, das surreale darüber verstreuen,
so funktioniert das mit dem gedichte schreiben.
friederike mayröcker
[in: das schweigen und das schreiben, ein film von carmen tartarotti]
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28.12.2010
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bashō ll
wir kennen die poetische poesie, die gemeinen gefahren
von mondsucht und singstimme. bloss balsamierte luft,
es sei denn, man macht daraus steine, die glänzen und schmerzen.
du, alter meister, hast die steine geschliffen,
mit denen man lerchen zerschmettert.
du schnittst aus der welt ein bild, das deinen namen trägt.
siebzehn steine wie pfeile, ein schwarm stummer sänger.
schau, dort am wasser, die fussspur des dichters
auf dem weg zum inneren schneeland.
schau, wie das wasser sie löscht,
wie der mann mit dem hut sie neu aufschreibt
und wasser und fussstapfen aufhebt, verklungene regungen einfriert,
so dass, was verschwand, noch da ist als das, was verschwand.
cees nooteboom
gefunden bei lyrikline
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bashō ll
wir kennen die poetische poesie, die gemeinen gefahren
von mondsucht und singstimme. bloss balsamierte luft,
es sei denn, man macht daraus steine, die glänzen und schmerzen.
du, alter meister, hast die steine geschliffen,
mit denen man lerchen zerschmettert.
du schnittst aus der welt ein bild, das deinen namen trägt.
siebzehn steine wie pfeile, ein schwarm stummer sänger.
schau, dort am wasser, die fussspur des dichters
auf dem weg zum inneren schneeland.
schau, wie das wasser sie löscht,
wie der mann mit dem hut sie neu aufschreibt
und wasser und fussstapfen aufhebt, verklungene regungen einfriert,
so dass, was verschwand, noch da ist als das, was verschwand.
cees nooteboom
gefunden bei lyrikline
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27.12.2010
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das festeste, wovon wir wissen, sind die unsichtbaren fäden von herz zu herz.
christian gottfried nees von esenbeck
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das festeste, wovon wir wissen, sind die unsichtbaren fäden von herz zu herz.
christian gottfried nees von esenbeck
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26.12.2010
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wovon der bleistift
angespitzt
träumt
fragt
im stillen
ein leeres
und weiss/es
manchmal schon
bei der ersten berührung
marc hermann
[aus: vom verschwinden bleibt, gedichte - isele]
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wovon der bleistift
angespitzt
träumt
fragt
im stillen
ein leeres
und weiss/es
manchmal schon
bei der ersten berührung
marc hermann
[aus: vom verschwinden bleibt, gedichte - isele]
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25.12.2010
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wie schön!
als ich heute aufstehen wollte, sass ein erzengel neben mir auf dem hotelbett
& rief in die muschel: "trois beurres, trois confitures!"
wie schön doch manchmal ein tag beginnt.
werner bucher
[aus: weitere stürme sind angesagt - appenzeller verlag]
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wie schön!
als ich heute aufstehen wollte, sass ein erzengel neben mir auf dem hotelbett
& rief in die muschel: "trois beurres, trois confitures!"
wie schön doch manchmal ein tag beginnt.
werner bucher
[aus: weitere stürme sind angesagt - appenzeller verlag]
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24.12.2010
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wenn um mitternacht
wenn um mitternacht
die letzten gäste kommen und gehn
wenn die gedichte den besitzer wechseln
wenn der regen illuminiert
wenn der zeiger mitternacht verlässt
und wir, allein gelassen, nicht wissen wohin.
kein wolf, kein reh
still ruht der schnee
kein du kein ich
du hörst mich nicht
der himmel aber
bittet um eine geschichte auf erden
uns soll sie werden.
komm im flutlicht der sterne
damit wir uns nicht verfehlen
und mach uns satt
mit bildern die warten
der mond steht nicht im wege
und ein engel treibt zur eile.
elisabeth borchers
[aus: eine geschichte auf erden, gedichte - suhrkamp]
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wenn um mitternacht
wenn um mitternacht
die letzten gäste kommen und gehn
wenn die gedichte den besitzer wechseln
wenn der regen illuminiert
wenn der zeiger mitternacht verlässt
und wir, allein gelassen, nicht wissen wohin.
kein wolf, kein reh
still ruht der schnee
kein du kein ich
du hörst mich nicht
der himmel aber
bittet um eine geschichte auf erden
uns soll sie werden.
komm im flutlicht der sterne
damit wir uns nicht verfehlen
und mach uns satt
mit bildern die warten
der mond steht nicht im wege
und ein engel treibt zur eile.
elisabeth borchers
[aus: eine geschichte auf erden, gedichte - suhrkamp]
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23.12.2010
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das stumme
übersetzt in die schneeesprache,
übersetzt in die windsprache.
wer versteht die spuren zu lesen
am frühen morgen?
max bolliger
[aus: schweigen, vermehrt um den schnee]
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das stumme
übersetzt in die schneeesprache,
übersetzt in die windsprache.
wer versteht die spuren zu lesen
am frühen morgen?
max bolliger
[aus: schweigen, vermehrt um den schnee]
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22.12.2010
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foto: marianne rieter
mein herz
mein herz ist das lächelnde kleid eines nie erratenen gedankens
mein herz ist die stumme frage eines bogens aus elfenbein
mein herz ist der frische schnee auf der spur junger vögel
mein herz ist die abendstille geste einer atmenden hand
h.c. artmann
[aus: achtundachtzig ausgewählte gedichte]
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