29.06.2012

ich sitze nur grausam da.

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die sprache ist ein grosser überfluss.
- friedrich hölderlin



kann sein die dunklen augen, der amsel
vogelblick, wo handzettel, staubschichten,
vergilbtes papier: behütete blüten.  kann
sein und mich an wörtern blutig schreiben
 – trächtig lauerndes erinnern, zerrinnen
zwischen pillen, salben, filzpantoffeln.

kann sein auf dem küchentisch am fenster
eine stimme, ein geruch, eine tröstung.
schlurft durchs zimmer, unter die tasse,
unter die haut. verblasstes geranien
blättchen, pelargonienhäutchen, sanfteste
zumutung einer abwesenheit. kann sein.

ich, mein herr, bin nicht mehr
von demselben namen.


marianne rieter

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4 Kommentare:

eva hat gesagt…

wie oft ich das nun gelesen habe ... es wird immer reicher.
liebe mariannne, das ist phantastisch gut!

marianne hat gesagt…

ganz vielen dank, liebe eva!

Jorge D.R. hat gesagt…

... mit Musik von Arvo Pärt im Ohr fand ich deinen Text noch eine Spur großartiger.

In aufrichtiger Bewunderung

Jorge D.R.

marianne hat gesagt…

arvo pärt - was für ein schöner gedanke!

lieben dank und herzliche grüsse
marianne