.
wohl wissend
dass er
als angehöriger seiner gattung
halb affe halb engel sei
beschloss sebald
seine beiden hälften
in zukunft
reinlich voneinander zu scheiden
ganz affe über dem nabel
ausschliesslich engel darunter
eine nicht alltägliche zweistöckigkeit
die den am gesäss angebrachten flügelchen
das aussehen von flatternder
zum trocknen aufgehängter
weisser wäsche verliehe
alfred brendel
[aus: kleine teufel - hanser]
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11.11.2011
10.11.2011
wenn ...
.
wenn der versuch, etwas auszudrücken,
besonders schön
scheitert -
entsteht ein gedicht,
sage ich manchmal.
und ich lache bei diesem satz,
der sich unter meinem lachen
verfärbt.
kann es sein, dass unsere worte
auf der einen seite des flusses
leben
und wir
auf der anderen?
aber was für ein leben
leben sie -
wenn nicht
das unsere?
auf meine blindheit bin ich gefasst
sobald ich
die augen öffne.
rainer malkowski
[aus: die gedichte - wallstein]
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wenn der versuch, etwas auszudrücken,
besonders schön
scheitert -
entsteht ein gedicht,
sage ich manchmal.
und ich lache bei diesem satz,
der sich unter meinem lachen
verfärbt.
kann es sein, dass unsere worte
auf der einen seite des flusses
leben
und wir
auf der anderen?
aber was für ein leben
leben sie -
wenn nicht
das unsere?
auf meine blindheit bin ich gefasst
sobald ich
die augen öffne.
rainer malkowski
[aus: die gedichte - wallstein]
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09.11.2011
hätte ich ...
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hätte ich mich nicht nach
den zum teil bereits nackten
zweigen umgedreht, so würde mir
der anblick des langsam -
goldig zu boden fallenden,
aus üppigem
sommer stammenden blattes
entgangen sein. ich hätte etwas
schönes nicht gesehen und etwas liebes,
beruhigendes und entzückendes,
seelenfestigendes nicht empfunden. schaue öfter
zurück, wenn es dir
dran liegt, dich zu bewahren.
mit gradausschauen ist’s nicht getan.
die sahen nicht alles, die nicht rund um sich sah’n.
robert walser
gefunden bei artisanne
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hätte ich mich nicht nach
den zum teil bereits nackten
zweigen umgedreht, so würde mir
der anblick des langsam -
goldig zu boden fallenden,
aus üppigem
sommer stammenden blattes
entgangen sein. ich hätte etwas
schönes nicht gesehen und etwas liebes,
beruhigendes und entzückendes,
seelenfestigendes nicht empfunden. schaue öfter
zurück, wenn es dir
dran liegt, dich zu bewahren.
mit gradausschauen ist’s nicht getan.
die sahen nicht alles, die nicht rund um sich sah’n.
robert walser
gefunden bei artisanne
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08.11.2011
sporadisch.
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marianne rieter
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den raum verlassen
distanz nehmen
kontakt halten
zu dem was man tut
und wie man es tut
und warum und überhaupt
wieder einmal mehr
als den eigenen kleinen horizont sehen
marianne rieter
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06.11.2011
05.11.2011
schnipsel #152
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wattestäbli, eine schraube und die freundliche bitte um unterschreibung :::: 5 alte stühle und ein zimmer mit aussicht oder fantastique! :::: gemäss der verordnung zur veränderung der verordnung bzw. einfacher zu kompaktieren! :::: von stunden und minuten bzw. groovy misterioso oder disturbing you again :::: dein „lächelndes haar“ :::: die geschichte vom haus am see und der verlorenen nacht :::: 2 dünne beine, 1 neues bett + ½ perücke :::: „und aber ja!“ :::: von freundlichkeiten, annäherungen und ausweichmanövern oder nachtigall ick hör dir trapsen! :::: empirische untersuchungen, hellblaue helferlein und nächtliche drehmomente :::: just a perfect day! :::: bling *-)
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wattestäbli, eine schraube und die freundliche bitte um unterschreibung :::: 5 alte stühle und ein zimmer mit aussicht oder fantastique! :::: gemäss der verordnung zur veränderung der verordnung bzw. einfacher zu kompaktieren! :::: von stunden und minuten bzw. groovy misterioso oder disturbing you again :::: dein „lächelndes haar“ :::: die geschichte vom haus am see und der verlorenen nacht :::: 2 dünne beine, 1 neues bett + ½ perücke :::: „und aber ja!“ :::: von freundlichkeiten, annäherungen und ausweichmanövern oder nachtigall ick hör dir trapsen! :::: empirische untersuchungen, hellblaue helferlein und nächtliche drehmomente :::: just a perfect day! :::: bling *-)
04.11.2011
bäume
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ihr gespür
für himmel
ganz ohne
glauben
lassen sie los
ihre bunten seelen
treiben sie bleiben
und warten
und treiben neu
doris runge
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ihr gespür
für himmel
ganz ohne
glauben
lassen sie los
ihre bunten seelen
treiben sie bleiben
und warten
und treiben neu
doris runge
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03.11.2011
wenn...
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... wenn ein baum hier wäre
oder ein blatt
oder nur der geruch eines baums
oder die farbe eines blatts
wenn der tau hier wäre
der das blatt nicht freigibt
oder eine nase voll rinde
oder ein tropfen grün
wenn ein baum hier wäre
oder ein blatt ...
konstantin wecker
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... wenn ein baum hier wäre
oder ein blatt
oder nur der geruch eines baums
oder die farbe eines blatts
wenn der tau hier wäre
der das blatt nicht freigibt
oder eine nase voll rinde
oder ein tropfen grün
wenn ein baum hier wäre
oder ein blatt ...
konstantin wecker
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02.11.2011
vor einem herbst
.
im herbst soll einer auf mich warten.
er soll so warten, dass ich kommen muss.
in einem gelben alten garten.
kurz vor dem winter. kurz vorm schluss
von allem. in der weile,
die zwischen schnee und regen bleibt.
da suche ich die eine zeile,
die man vielleicht im leben schreibt.
eva strittmatter
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im herbst soll einer auf mich warten.
er soll so warten, dass ich kommen muss.
in einem gelben alten garten.
kurz vor dem winter. kurz vorm schluss
von allem. in der weile,
die zwischen schnee und regen bleibt.
da suche ich die eine zeile,
die man vielleicht im leben schreibt.
eva strittmatter
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01.11.2011
herbst.
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foto: marianne rieter
die blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den himmeln ferne gärten;
sie fallen mit verneinender gebärde.
und in den nächten fällt die schwere erde
aus allen sternen in die einsamkeit.
wir alle fallen. diese hand da fällt.
und sieh dir andre an: es ist in allen.
und doch ist einer, welcher dieses fallen
unendlich sanft in seinen händen hält.
rainer maria rilke
[aus: das buch der bilder]
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foto: marianne rieter
die blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den himmeln ferne gärten;
sie fallen mit verneinender gebärde.
und in den nächten fällt die schwere erde
aus allen sternen in die einsamkeit.
wir alle fallen. diese hand da fällt.
und sieh dir andre an: es ist in allen.
und doch ist einer, welcher dieses fallen
unendlich sanft in seinen händen hält.
rainer maria rilke
[aus: das buch der bilder]
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