02.08.2011

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trennung


wir mit unserer nomadenhaften sprache
wir mit unseren nicht korrigierbaren akzenten
und einem anderen wort für milch
wir, die wir mit dem zug kommen
und uns auf bahnsteigen umarmen
wir und unsere waggons
wir, deren stimme in unserer abwesenheit
gerahmt an einer schlafzimmerwand hängt
wir, die wir alles teilen
und nichts –
dies nichts, das wir entzweibrechen
und mit einem schluck


john berger

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

dieses gedicht hat mich den ganzen tag begleitet.
es ist wunderbar traurig.

Bess hat gesagt…

Mag es auch.
Den traurigen Schluss möchte ich am liebsten abschneiden.
Dies "andere Wort für Milch" hat es mir besonders angetan.